Ausstellung „Schöninger Speere“ – Ansichten von Besuchern

Eine archäologische Weltsensation steht im Mittelpunkt dieser Ausstellung in Braunschweig: die Schöninger Speere. „Diese weltweit ältesten erhaltenen Holzwaffen sind der Beweis dafür, dass schon der Homo erectus zu planerischer Intelligenz und sozialer Gruppenorganisation fähig war“ (www.dieschoeningerspeere.de).

Bergbau- und Technikgeschichte, Reformation, Romanik, ottonische Königs- und Kaiserlandschaft, bronzezeitliche Hochkultur – als wenn unsere Kulturlandschaft nicht schon genug zum Weltkulturerbe beigetragen hätte, da fand 1994 der Archäologe Dr. Hartmut Thieme im Tagebau bei Schöningen 8 dünne, lange Speere. 400.000 Jahre alte Jagdwaffen des homo erectus.

Erst vor 12.000 Jahren starb der homo erectus im indonesischen Archipel aus. Der homo erectus lebte also zeitgleich mit dem Neandertaler und homo sapiens. Schon vor 400.000 Jahren zogen Gemeinschaften des homo erectus durch das Harzvorland. Unsere Kulturlandschaft verfügt gleich über zwei herausragende Fundorte zum Thema „homo erectus“: Bilzingsleben und Schöningen.

Die Ausstellung „Schöninger Speere – Mensch und Jagd vor 400.000 Jahren“ ist noch bis zum 24.02.2008 im Braunschweigischen Landesmuseum zu sehen. Man muss nicht 20 Mal die Ausstellung besucht haben, wie Herr Mander, der immer noch Wissenswertes in seinen Notizblock aufnimmt. Er findet die Texte der Ausstellung noch faszinierender als den Ausstellungskatalog. Als Rentner hat er die Zeit dafür, sagt er. Allgemein herrscht beim Publikum der Tenor vor, dass man Zeit mitbringen sollte. Die gute Nachricht: Auch ohne Vorwissen verlässt man die Ausstellung sinnvoll bereichert.

Wie aber nähert man sich dem Phänomen der Rekonstruktion des Lebens der Vormenschen? Sollte man im Museum den Fundort im vermuteten Originalzustand wieder aufbauen? Die Planer der Ausstellung entschieden sich für eine Annäherung an das Thema, bei dem die Besucher das Gefühl haben, einen virtuellen Rundgang zu vollziehen. Das farbenfrohe Umfeld ersetzt das fehlende Wissen der Archäologen. Das Bild über den homo erectus entsteht erst mit dem Durchschreiten der Ausstellung und der eigenständigen Verknüpfung des Angelesenen, Gehörten und Gesehenen.

„Unheimlich beeindruckt verlässt Rolf Meyer den Raum, in dem die Speere liegen. “Wie haben sie diese Speere hingekriegt“, fragt sich Juliane Bauer; beide schauen gebannt auf die Spitzen der Speere.

Burkhard Bohne findet die Ausstellung einfach „prima“. „Schön, dass das alles mal so zusammengetragen wurde hier im Museum. Mir war vorher nicht klar, zu welchen sportlichen Leistungen und Ideen, die hinter dieser Jagd mit Speeren stehen müssen, fähig war.“ Herr Bohne steht mit seiner Begleiterin vor dem Pferdeskelett. Das Pferd steht riesig da – und der homo erectus war doch viel kleiner als wir heute. Eine Nachbildung des homo erectus ist in der Ausstellung zu sehen. Solche Pferde wurden vom homo erectus erlegt und verspeist.

„Pferdewürstchen habe ich selbst schon vor 35 Jahren auf dem Wolfenbütteler Stadtmarkt gegessen“, berichtet Achim Schultze. Er findet, dass es sehr viele Informationen gibt und empfiehlt, mehrfach zu kommen. Eine Mutter sucht die museumspädagogische Betreuung. Frank Beier ist Museumspädagoge und kümmert sich sofort um die beiden kleinen Mädchen. Sie dürfen Nachbildungen der Köpfe des homo erectus in der Hand halten. Zufrieden geht die Familie weiter. Julia, 6, will unbedingt noch einmal wieder kommen, „weil ich schon wieder soviel vergessen habe“. Aber wie gesagt, 20 Besuche sind nun wahrlich nicht nötig!

Anfahrt:

Burgplatz 1
38100 Braunschweig

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag 10.00-17.00 Uhr
Donnerstag: 10.00-20.00 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene: 7,00 Euro
Ermäßigung: 5,00 Euro
Kinder ab 6 Jahren: 2,00 Euro
Familien: 15,00 Euro
Schulklassen: 39,00 Euro

Kontakt:

0531 / 12150

www.landesmuseum-bs.de
www.dieschoeningerspeere.de

Ab 28. März 2008 wird diese Ausstellung im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover gezeigt.

Zurück

Hannover, Laatzen, Barsinghausen Braunschweig, Peine, Königslutter Wolfsburg, Gifhorn, Südheide Magdeburg, Haldesleben, Schönebeck Hildesheim, Alfeld, Bockenem Wolfenbüttel, Salzgitter, Schöppenstedt Helmstedt, Schöningen, Erxleben Dessau-Roßlau, Wittenberg, Bitterfeld Northeim, Osterode, Einbeck Goslar, Wernigerode, Clausthal-Zellerfeld Quedlinburg, Halberstadt, Ballenstedt Eisleben, Mansfeld, Wippra Göttingen, Nörtel-Hardenberg, Hardegsen Duderstadt, Heiligenstadt, Eichsfeld Nordhausen, Sangerhausen, Sondershausen Halle, Merseburg, Freyburg/Unstrut